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Schweizer Weinwochen

Schweizer Weine im Fokus – 15. bis 30. April 2026

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Die 6 Weinbauregionen der Schweiz, eingebettet zwischen Jura und Alpen, bieten ein grosses Spektrum für vielfältigen Wein auf engem Raum. An Ufern, entlang von Seen und Flüssen, am Fusse der Alpen oder auf steilen Terrassen bewirtschaften ca. 2’500 Winzerinnen und Winzer die knapp 15’000 Hektar Rebfläche der Schweiz – in der Regel sind es kleine Familienbetriebe. Dass die Reben am Berg und an steilen Hängen wachsen, dient nicht dem Landschaftsschutz oder der guten Aussicht, obwohl unsere Umgebung durch den Weinbau eine faszinierende Fassette erhält. Viel Handarbeit und Mehraufwand ist damit verbunden, die Weinberge an Hanglagen zu pflegen. Selbstverständlich bleibt dazwischen auch immer mal wieder Zeit, um den atemberaubenden Ausblick zu geniessen. Der wahre Grund, dass es die Weinbauern an den Berg treibt, liegt darin, wärmendes Sonnenlicht für die Traubenreife perfekt auszunutzen. So wird den Reben der schönste Platz an den Südhängen reserviert, damit im Herbst die Trauben zur aromatischen Vollreife gelangen.

Der Weinbau in der Schweiz hat eine lange Tradition und geht auf die Römer zurück. Und die römischen Soldaten, weiss man, hatten Durst. Bei 6’000 Legionären im Lager Vindonissa, mit einem täglichen Konsum von ungefähr einem Liter, ergibt das enorme Mengen. Seither hat sich viel geändert. Im Kanton Aargau sind eigentlich nur Spuren des Weinbaus erhalten geblieben. Entlang der zahlreichen Gewässer, in sämtlichen Tälern, aber nicht als geschlossene, wahrnehmbare Weinbaufläche. Darum wird die tragende Rolle des Weinbaus in unserem Kanton gerne unterschätzt. 

Trotz diesem Wandel ist Wein unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien die schmackhafteste und unter den Nahrungsmitteln das angenehmste geblieben, wie es der griechische Philosoph Plutarch schon festgestellt hatte. Auch die Arbeit des Winzers ist im Kern unverändert geblieben. Er begleitet die Traube im Rebberg und den Wein bei der Reife im Keller. In Flaschen gefüllt übergibt er uns die Basis für genüssliche, abwechslungsreiche, gesellschaftliche und unvergessliche Geschmacksmomente.


 

Adrians Weingut, Oberflachs, Aargau
 

Das Weingut von Adrian Hartmann in Oberflachs ist ein herausragendes Beispiel für modernen, naturnahen Weinbau im Aargauer Schenkenbergertal. Seit der Gründung im Jahr 2015 erfüllt sich Hartmann den Traum eines eigenen Betriebs, wobei er auf Rebflächen zurückgreift, die teils schon von seinem Grossvater bewirtschaftet wurden.

Der Betrieb zeichnet sich durch eine überschaubare Grösse von vier Hektar aus, die eine handwerkliche Verarbeitung jeder einzelnen Traube ermöglicht. Zentrales Element der Philosophie ist die konsequent biodynamische Bewirtschaftung nach Demeter-Richtlinien, welche den Weinberg als lebendigen Organismus versteht. Zur Förderung der Biodiversität setzt Hartmann unter anderem auf Schafe im Rebberg und verzichtet gänzlich auf chemisch-synthetische Hilfsmittel. Diese ganzheitliche Arbeitsweise bringt terroirbetonte und charakterstarke Weine hervor, die das spezifische Mikroklima der Jurakalkböden widerspiegeln. Im Aargau hat er der alten Rebsorte Elbling wieder zur neuen Attraktivität verholfen. Sein Gespür für Wein und Reben lässt sich ein seinen Créationen nachvollziehen. Doch seine grösste Leidenschaft gilt sicher dem Pinot Noir.

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Weingut Nadine Saxer, Neftenbach, Zürich
 

Das Weingut Nadine Saxer in Neftenbach gilt als eine der renommiertesten Adressen im Zürcher Weinland und wird heute in zweiter Generation geführt. Nadine Saxer übernahm den elterlichen Betrieb und entwickelt das Erbe ihres Vaters mit grossem Engagement weiter.

Auf einer Rebfläche von rund 8 Hektaren – ergänzt durch die Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Stefan Gysel aus Hallau – entstehen jährlich etwa 15 verschiedene Qualitätsweine. Man kann klar behaupten, sie beherrscht die Klaviatur unterschiedlichster Rebsorten und versteht es, jeder Traube ihre ganz eigene, unverwechselbare Melodie zu entlocken. Sei es der saftige Sauvignon Blanc, der regionale Räuschling, charakterstarke Pinot Noirs, ihre ‘Noble Linie’ oder der ‘Besondere’ Rotwein für seine Fans! Ihre Weine werden stets für Struktur und Eleganz geschätzt.

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Christian Hermann, Fläsch, Bündner Herrschaft
 

Das Weingut von Christian Hermann in Fläsch zählt heute zur absoluten Spitze der Bündner Herrschaft. Man könnte auch sagen, es sind Weine, die man einmal im Leben getrunken haben muss. Und wenn dies passiert ist, wartet man mit Vorfreude auf den Augenblick der Wiederholung.

Seine Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1982, als er den elterlichen Betrieb übernahm und konsequent auf höchste Qualitätsstandards umstellte. Auf einer überschaubaren Fläche von rund sechs Hektaren bewirtschaftet er zusammen mit seiner Silvie erstklassige Lagen auf den sonnenexponierten Schuttkegeln am Fusse der schiefrigen Kalkfelsen der Bündner Herrschaft. Sein Fokus liegt klar auf Pinot Noir und Chardonnay.

Hermann gilt als Purist. Gerne wird auf Unnötiges verzichtet. Im Weinbau auf Herbizide, im Keller auf zu viel Interaktion, damit der Wein ein Maximum seiner Natürlichkeit und von seinem Geschmack behält. Seine Weine strahlen Ruhe und Schönheit aus mit bemerkenswerter, aromatischer Tiefe. Sie gelten als feste Instanz für Weinliebhaber, die das authentische und kompromisslose Handwerk Graubündens suchen.

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C. Varonier & Söhne, Varen, Wallis
 

Das Weingut C. Varonier & Söhne im Walliser Dorf Varen ist ein sympathisches Familienunternehmen, das heute in zweiter Generation von Andy Varonier geführt wird. Gegründet wurde der Betrieb 1969 von seinem Vater Cäsar Varonier, der als einer der Pioniere im zweitgrössten Weindorf des Oberwallis gilt. Die Rebflächen dort profitieren von einer besonderen geologischen Voraussetzung: Ein historischer Felssturz der Varner Alp schuf ideale Wachstumsbedingungen für herausragende Weine.

Andy Varonier übernahm die Leitung mit dem Ziel, das handwerkliche Erbe seines Vaters mit modernen, innovativen Ansätzen zu verknüpfen, dazu gehört die Umstellung auf biologischen und biodynamischen Weinbau. Zudem pflegt und schätzt er die Zusammenarbeit mit kleinen Traubenproduzenten in der Nachbarschaft, ein wichtiger Faktor für die bestehenden Strukturen und zur Aufrechterhaltung der Weinbautradition im Wallis. Neben vielen Walliser Spezialitäten findet man auch internationale Rebsorten im Sortiment. Wer im Wallis unterwegs ist, sollte unbedingt auch im sympathischen Gästehaus B&B zum Schleif logieren.

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Patrick Fonjallaz, Epesses, Waadt
 

Das Weingut P. Fonjallaz in Epesses ist eines der traditionsreichsten Häuser der Schweiz und wird in der 13. Generation von Patrick Fonjallaz geführt. Die beachtliche Familiengeschichte im Weinbau reicht bis ins Jahr 1552 zurück.

Das Herzstück des Betriebs ist der historische Keller Clos de la République. Auch die wunderschöne Terrasse mit weitem Blick über den Genfersee, den man bei einem feinen Glas Chasselas geniesst, wird man nicht vergessen. Mit einer Betriebsgrösse von rund 30 Hektar gehört das Weingut zu den bedeutenden Akteuren der Region. Die aufwändige Bewirtschaftung der extrem steilen Terrassen erfordert viel Handarbeit. Zu den besten Lagen des Hauses zählen die prestigeträchtigen Grand-Crus Dézaley und Calamin, die für ihre Kraft und mineralische Tiefe berühmt sind, eingebettet in das bilderbuchhafte Lavaux, UNESCO Weltkulturerbe. Auch der saftige Epesses ‘La République’ oder der St-Saphorin ‘La Rionde’ sind dank ihrer Eleganz und Fruchtigkeit wichtiger Bestandteil des Portfolios.

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Cantina il Cavaliere, Contone, Tessin
 

Im Familienweingut Cantina il Cavaliere in Contone wird angepackt! Die Geschichte der Ländereien reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück, als die Ritter vom Malteserorden hier Weinberge pflegten, was dem Gut seinen edlen Namen verlieh.

Seit 1895 ist das Land fest in den Händen der Familie Belossi, die den landwirtschaftlichen Betrieb über fünf Generationen hinweg behutsam aufbaute. Den Grundstein für den heutigen Erfolg legte Grossvater Aurelio mit der Anpflanzung neuer Reben. Heute leitet das freundliche Ehepaar Roberto und Tiziana Belossi das Weingut, zu deren Freude die beiden Söhne Loris und Eros ebenfalls vom Weinvirus befallen sind. Mit der Bewirtschaftungsfläche von rund 12 Hektar kann es fleissige Hände gut gebrauchen. Der Fokus liegt klar bei der charakterstarken Rebsorte Merlot, aber auch mit ihren Spezialitäten bieten sie die Möglichkeit, immer wieder Neues zu entdecken.

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